Mein Name ist Ashin Yevata, ich bin ein Künstler aus dem Land Myanmar (Burma) in dem ich geboren wurde. Seit dem Alter von 3 Jahren lebte ich in einem buddhistischen Kloster als Klosterschüler. Mit 6 Jahren begann ich meine staatliche Bildung und meine buddhistische Bildung und lebte weiterhin im Kloster; bis heute im Alter von 28 Jahren bin ich buddhistischer Mönch.
Als ich 7 Jahre alt war, nach meiner Novizenweihe, wurde ich Novize unter einem ehrwürdigen Mönch, meinem Meister. Als mein Meister später verstarb war ich mit vielen Problemen konfrontiert in meinem offiziellen Bildungsweg. Ich lebte danach in verschiedenen Städten um für meine Bildung aufzukommen. Ich hatte fast mein ganzes Leben keine Eltern, keine Familie und wuchs nur in Klöstern auf.
Ich studierte nicht nur an einer staatlichen Universität sondern lernte auch Sprachen im Selbststudium von Literatur und durch Kontakte mit Leuten. Ich spreche vor allem Englisch und Französisch.
Der Grund warum ich schreibe liegt in den Begrenzungen meiner Umgebung; in meinem Klosterleben wurde das mein Hobby seit meiner Kindheit. Ich lebte immer in der Nähe meines Meisters, der ein ehrwürdiger Mönch ist im klösterlichen Wohnheim. Ich lebte mit ihm im Kloster und studierte buddhistische Literatur im Sommer wie alle Klosterjungen und auch die Novizen. Die anderen Schüler studierten das ganze Jahr hindurch nur buddhistische Literatur, aber ich studierte nach dem Willen meines Meisters sowohl buddhistische Literatur als auch im öffentlichen Schulsystem. Ich hatte keine freie Zeit wie die anderen Schüler z.B. während der langen Schulferien im Sommer weil ich dauernd lernte. In meinem Kloster lernte ich meist die buddhistischen Schriften, aber in der öffentlichen Schule lernte ich burmesische Literatur, Mathematik, Geographie, burmesische und internationale Geschichte, Wissenschaften und Sozialwissenschaften.
Wenn mein Meister fort war auf langen seinen Reisen war ich allein im Wohnheim wo ich damals lebte. Aus diesem Grund las ich nicht nur buddhistische Literatur sondern auch Schulliteratur sowie auβerschulische Literatur wie Kurzgeschichten, Liebesgeschichten und Novellen. Ich las auch Romane und Zeitschriften am Abend.
Dann als ich 9 Jahre alt war begann ich Gedichte zu schreiben. Später entwickelte ich Interesse daran Poesie, Kurzgeschichten, Romane und Artikel zu schreiben was ich immer noch aufrechterhalte.
Da ich in der Nähe meines Meisters lebte, konnte ich verschiedene Leute treffen die unser Kloster besuchten. Darunter waren Lehrer aus den öffentlichen Schulen, Ärzte, Astrologen, Schriftsteller, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Mönche aus anderen Klöstern, junge Novizen, psychisch Kranke, Nonnen, Leute die zum Meditieren ins Kloster kamen, Geschäftsleute, Gläubige und Politiker. Wenn diese Leute ins Kloster kamen um mit meinem Meister zu sprechen setzte ich mich in ihre Nähe um die Gespräche mit anzuhören. Manchmal konnte ich auch direkt mit ihnen sprechen und von ihnen lernen.
Später lernte ich andere Schriftsteller kennen und interessierte mich sehr für literarische Werke. Seit ich 16 war, nach dem Tode meines verehrten Meisters, lebte ich in anderen Klöstern in verschiedenen Städten. In dieser Zeit setzte ich den Schulbesuch nicht fort. Ich zog viel in verschiedenen Orten in Myanmar herum und studierte buddhistische Texte mit verschiedenen Mönchen für ungefähr 5 Jahre. So lernte ich die Gewohnheiten, Stärken und Schwächen der buddhistischen Mönche und Novizen kennen. Schlieβlich hatte ich die Gelegenheit in Rangun zu leben und nahm mein Studium an der staatlichen Universität wieder auf.
Zu meinem Glück konnte ich in einer kostenlosen Klosterschule Fremdsprachen lernen. Ich studierte dort etwa 3 Jahre lang. Durch meine englischen Sprachkenntnisse konnte ich dann mit Ausländern kommunizieren. Tag für Tag suchte ich Kontakt mit verschiedenen Ausländern und ich liebte es die verschiedenen Sprachen kennen zu lernen. Mich interessierten vor allem Ausländer aus der westlichen Zivilisation weit entfernt vom Buddhismus. Durch die Gespräche mit ihnen erfuhr ich mehr über ihre Meinungen, ihre Einstellungen und ihr Verhältnis zum Buddhismus.
Andererseits lernte ich zunehmend von den bekannten Schriftstellern mit denen ich in Rangun sprechen konnte. Durch ihre Empfehlung und meine wachsenden Sprachkenntnisse las ich literarische und philosophische Werke aus dem Westen. Auch an meiner Universität studierte ich westliche Philosophie.
Nachdem ich westliche Menschen getroffen hatte sowie westliche Literatur und Philosophie gelesen hatte verstand ich die Kraft ihres Geistes und auch die Schwächen ihres Geistes.
Später hatte ich den Wunsch meine Literatur und Kunst mit der Philosophie zu vermischen. Ich fand dass ich am liebsten frei schrieb, was jedoch in Myanmar nicht möglich ist. Deshalb konnte ich von meinen Werken in Myanmar nichts veröffentlichen. Ich bin nicht an der Politik interessiert, aber ich bin mir sicher dass es mir nicht gestattet sein würde, in Myanmar zu veröffentlichen weil ich mir die Freiheit nehme zu schreiben was ich will. Wenn ich versuchen würde meine Werke in Myanmar anzumelden würde ich ins Gefängnis wandern. Deshalb ziehe ich es vor meine Werke in englischer Sprache und im Ausland zu veröffentlichen. Ansonsten bin ich nur ein Mönch und alles was ich tun kann ist auf die richtige Zeit zu warten.
Am 5. September 2007, verhaftete und schlug das Militär Mönche die buddhistische Texte rezitierten auf den Strassen der Stadt Pakkoku, im Oberland von Myanmar. Danach baten die Mönche die Regierung sich für ihre Einmischung in die religiösen Angelegenheiten zu entschuldigen. Aber diese lehnte die Bitte ab. Da beschlossen wir Mönche zu demonstrieren durch Rezitation buddhistischer Texte in allen bekannten Pagoden des Landes am 18. September. Ich erhielt eine schriftliche Vereinbarung dazu von der Vereinigung junger Mönche am 13 September. Am 17. September nach dem Mittagessen versuchten wir die Demonstranten am östlichen Eingang der SCHWEDAGON Pagode zu organisieren und beteten zum obersten Buddha der Pagode.
Tag für Tag kamen mehr Mönche, Novizen, Studenten und andere Leute um sich uns anzuschlieβen. Wir hatten keinerlei Erfahrung mit dieser Art von Protest. Deshalb verfehlten wir uns oft selbst wenn wir uns alle zusammen verabredet hatten. Manche Gruppen trafen erst an der Pagode ein nachdem wir schon losgegangen waren. Unsere Gruppe erklärte den Leuten was der PATTANIKUTZANAKAN Protest der Mönche ist zweimal in der SULE Pagode und dreimal in der SCHWEDAGON Pagode in Rangun. Am 22. September beteten wir in der SCHWEDAGON Pagode. Unsere Gruppe von Demonstranten lief durch die Stadt und rezitierte buddhistische Texte auf den Strassen auch vor dem Haus von Aung San Suu Kyi.
Am 27. September, um 2 Uhr morgens drang das Militär ins NGE KYA YAN Kloster ein und verhaftete die Mönche. Wir versuchten die Demonstranten in der Nähe der SULE Pagode zu sammeln aber das Militär feuerte Schüsse ab und schlug uns mit Stöcken. Durch diese Gewaltanwendung konnten wir uns nicht mehr vereinen. In der Nacht konnte ich in meinem Kloster in der Nähe der Schwedagon Pagode nicht mehr schlafen weil meine Schüler mir erzählten dass mein Bild mit einem Mikrofon in der Hand an der Wand der Polizeiwache hing und ich von der Polizei gesucht wurde.
Ich versuchte mich für etwa 2 Wochen in Rangun zu verstecken und die Leute neu zu organisieren um die Demonstrationen an der MAL LA MU Pagode im Stadtteil Nord-Okkalapa fortzusetzen Aber das Militär drang in die Klöster ein und verhaftete Tag für Tag. Weitere Mönche Auch in der Nähe der Schwedagon Pagode wurden 200 Menschen verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Während ich mich in Yangon versteckte zeigte die Polizei den Leuten Bilder der Demonstranten und versuchte diese ausfindig zu machen. Ich verlieβ Rangun und war in verschiedenen Städten in Myanmar. Schlieβlich wurde mir klar dass ich über die Grenze musste um mich vor ihnen zu verbergen. Deshalb kann ich derzeit nicht nach Myanmar zurück. Ich wandte mich an den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) um frei und sicher als menschliches Wesen leben zu können.
Ich habe meine wirklichen Erfahrungen während der Proteste für die Demokratie in Myanmar niedergeschrieben um die wahren Informationen über unsere Proteste festzuhalten und auch meine persönlichen Erlebnisse in Romanform darzustellen. Ich zeige meine Kunst immer noch der Welt.
Bisher habe ich fünf Artikel, fünf Gedichte und zwei Romane (The Eight Path Ways for Life), die in meinem eigenen Stil geschrieben sind übersetzt, um den Leuten Buddha’s Philosophie und die Revolution der Mönche verständlich zu machen. Ich habe viele Gedichte, Essays und Romane in der burmesischen Sprache geschrieben, darunter auch der Roman „Besuch eines Meditationszentrums mit einem Spanier“. Ich werde diese später übersetzen. Ich brauche etwas Unterstützung von Leuten die an meinen Werken interessiert sind. Ich möchte mit Ausländern deren Muttersprache Englisch ist und die burmesisch studieren in Kontakt kommen sowie Franzosen die vom Englischen ins Französische übersetzen können. Wer Interesse und Vorschläge hat bitte Kontakt mit mir aufnehmen.
Nach der Safran-Revolution bin ich von der Thai-Burmesichen Grenze weiter nach Frankreich gezogen. Ich lerne und arbeite künstlerisch an Gemälden, Vorstellungen und als Ratgeber für die Einsichtsmeditation (Vipassana) für die Menschen in Bordeaux, Frankreich. Ich gebe auch meditative Massagen.
Etwas, was ich alle Leute wissen lassen möchte ist dass ich alle Einkünfte aus meiner Kunst für Behinderte und Waisen einsetzen werde. Deshalb arbeite ich mit einer Nicht-Regierungsorganisation (FLAO) als Freiwilliger mit Künstlern, burmesischen Mönchen und allen möglichen Leuten. Wer mit uns für die Welt arbeiten will schicke mir bitte eine e-mail (ashin.artist@gmail.com)
Herzlich Willkommen!
Ashin


